Gestern haben wir gelernt, dass unser Bundespräsident auch nur ein Mensch ist, der Fehler macht. Welch wunderbare Erkenntnis. Was veranlasst diesen Menschen aber dazu, in aller Öffentlichkeit zähneknirschend schwere Fehler einzugestehen und gleichzeitig dreist zu erklären, dass er nicht daran denke, die politische Verantwortung für diese Fehler zu übernehmen. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist seine Begründung dafür sinngemäß, dass er sich selbst eigentlich ziemlich gut findet, so als Bundespräsident und dass seine Freunde das auch so sehen. Aber ich werde polemisch.

Natürlich kann man sich mal von Freunden Geld leihen. Wenn man aber nicht nur Mensch sondern auch noch Ministerpräsident ist, kann es dann jedoch sein, dass diese “Freunde” eine Gegenleistung erwarten. Falls man solche privaten Geschäfte auch noch über die Konten von Ehefrauen abwickelt und dies in öffentlichen Befragungen verschweigt, ist es zudem wahrscheinlich, dass (böswillige vom Sozialneid zerfressene) Journalisten dann öffentliche Spekulationen über eventuell erfolgte Gefälligkeiten anstellen. Korruption ist eine schmutzige Sache. Wenn man – so als Mensch und Bundespräsident – nicht mit so etwas in Verbindung gebracht werden möchte, kann man schon mal versuchen, die Medien unter Druck zu setzen. Das ist zwar nicht richtig, aber menschlich. Während sich Politiker früher als Staatsdiener verstanden haben und politische Verantwortung sogar für Fehler übernommen haben, die sie gar nicht selbst begangen haben, scheint heute jedes Mittel recht zu sein, um die beschmutzte weiße Weste wieder rein zu waschen. Wenn Vertuschen nicht mehr hilft, kann man sich ja immer noch öffentlich entschuldigen, an die Menschlichkeit appellieren, die Bibel zitieren und hoffen, dass möglichst bald Gras über die Sache wächst.

Völlig egal, was der Herr Wulff sich geleistet hat oder auch nicht, ich möchte von einem solchen Menschen nicht vertreten werden. Aber wer fragt mich schon?

Auch wenn diese Affäre von vielen als Lappalie betrachtet wird, erschüttert sie erneut das Vertrauen in die Integrität unserer Volksvertreter und gefährdet damit die Demokratie. Ich finde das ärgerlich und traurig.

So, das war dann mal mein politisches Statement zum Tage. Über Fußball gibt es ja zur Zeit nicht viel zu berichten.

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